Offenes Ganztagsangebot

 

Das offene Ganztagsangebot an Grundschulen ist ein Pilotprojekt, das in diesem Schuljahr  an unserer Schule durchgeführt wird:

 

Das offene Ganztagsangebot stellt ein freiwilliges schulisches Angebot dar, an dem Schülerinnen und Schüler nach Anmeldung durch ihre Erziehungsberechtigten im Anschluss an den stundenplanmäßigen Unterricht teilnehmen können. Für die angemeldeten Schülerinnen und Schüler besteht im Umfang der Anmeldung grundsätzlich Anwesenheits- und Teilnahmepflicht. Die Förderung und Betreuung kann in klassen- und jahrgangsstufenübergreifenden Gruppen stattfinden. Außer den Essenskosten entstehen für die Eltern keine Kosten.

Das Ganztagsangebot wird in Kooperation der Grundschule Parsberg mit der Stadt Parsberg durchgeführt.

 

 

Pädagogisches Konzept für das offene Ganztagsangebot an der Grundschule Parsberg

 

Unter Berücksichtigung des Alters der Kinder und der Tatsache, dass viele Kinder  aus Familien mit Migrationshintergrund kommen, sind räumliches Umfeld und pädagogische Inhalte so gestaltet, dass sie zwar ein Familienleben nicht ersetzen, aber doch einen möglichst familiären Charakter haben und Geborgenheit vermitteln. Aufgrund der Zusammensetzung der Schüler haben die intensive Hausaufgabenbetreuung und individuelle Hausaufgabenunterstützung einen ebenso hohen Stellenwert wie die Förderung der deutschen Sprache.

 

Die Räume sind in einer ehemaligen Wohnung neben dem Schulhaus untergebracht, deren Aufteilung in Esszimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad, Spielzimmern und Hausaufgaben-zimmern, sehr familiär wirkt. Die Raumausstattung ist freundlich und zweckmäßig gehalten.

 

Ein strukturierter zeitlicher Ablauf gibt den Kindern Sicherheit und lässt sie einen sinnvoll gestalteten Nachmittag erleben, der die richtige Balance zwischen Pflichten und Freizeit beinhaltet.

 

Nach dem Unterricht gehen die Kinder nahtlos in die Betreuung und können dort erst einmal mental ankommen, indem sie dem Personal etwas über ihren Vormittag erzählen, miteinander spielen, toben oder sich einfach nur in Ruheräume zurückziehen. Diese Kommphase ist extrem wichtig, weil sie für die Kinder eine ähnliche Funktion wie das Nachhausekommen hat.

 

Gegen 13.15 Uhr wird das gemeinsame Mittagessen eingenommen. Das Essen wird vom Lieferanten fertig geliefert und wird in der Betreuungsküche nur ausgegeben. Die Kinder dürfen über die Essensmenge selbst bestimmen, müssen aber grundsätzlich alle Speisen probieren. Es wird dabei auf eine möglichst ausgeglichene und abwechslungsreiche Ernährung geachtet. Während des Essens wird ebenso Wert auf Tischmanieren gelegt wie auf eine fröhliche, entspannte Atmosphäre. Die Kinder sollen dieses Mittagessen als bereicherndes Gemeinschaftserlebnis erfahren und sollen lernen, gesunde, schmackhafte Kost Wert zu schätzen.

 

Nach dem Mittagessen können die Kinder wählen, ob sie frei spielen oder an einem der Angebote teilnehmen wollen. Die Angebote erstrecken sich von Sport- und Bewegungsan-geboten, kreativen-musischen Betätigungen wie Malen, Basteln oder Musizieren auf praktische Dinge wie Kochen oder Backen. Das Personal achtet darauf, dass die Kinder die Angebote möglichst breit gefächert wahrnehmen. Bei diesen Angeboten stehen der Jahreskreis und die deutschen Gebräuche und Feste im Mittelpunkt, da viele Kinder diese Dinge vom Elternhaus her nicht kennen.

 

Um 14.00 Uhr verteilen sich die Kinder in den einzelnen Hausaufgabenzimmern. Die Gruppen sind hier bewusst alters- bzw. jahrgangsgemischt zusammengestellt, um dem gewünschten familiären Charakter Rechnung zu tragen. Während dieser Hausaufgabenphase wird das Personal aufgestockt, da viele Kinder eine intensive Hausaufgabenbetreuung brauchen, die eine möglichst individuelle Förderung und Zuwendung garantiert. Das Personal pflegt einen intensiven Kontakt mit den Klassenlehrern, der teilweise im persönlichen Gespräch und teilweise schriftlich erfolgt.

 

Die Kinder, die mit den Hausaufgaben fertig sind, dürfen ins Wohnzimmer gehen; dort werden sie von einer Betreuerin angeregt, sich mit dem angebotenen Material selbstständig zu beschäftigen.

 

Wenn alle Kinder mit den Hausaufgaben fertig sind, erfolgt noch einmal eine Bewegungsphase, die nach Möglichkeit in der frischen Luft stattfinden  soll.

 

Der Tageslauf ist rhythmisiert in An- und Entspannungsphasen, in Phasen des gemeinsamen Tuns und in solchen des individuellen Rückzugs, in Arbeit und Spiel.

 

Ein intensiver Kontakt des Personals zum einzelnen Kind ist wichtig, da Sprachförderung in erster Linie im Sprachvorbild und in der aktiven Anwendung der deutschen Sprache geschieht.

 

Die Kinder sollen lernen, dass das Leben in der Gemeinschaft bereichernd ist und Spaß macht, dass es aber auch der Einhaltung bestimmter Regeln bedarf, wenn es funktionieren soll. Ein wichtiges Erziehungsziel ist die Verantwortung tragen zu lernen und zwar für sich selbst und für die Gemeinschaft. Die Kinder erledigen im Rahmen der Betreuung kleine Pflichten wie Tischdecken oder Spielsachen Aufräumen. Sie werden dazu angeregt, sich sinnvoll zu beschäftigen und lernen mit dem vielfältigen Angebot, dass sie selbst dafür Verantwortung tragen, wie sie ihre Freizeit gestalten.

 

Das soziale Zusammenleben in der Betreuung erfordert von den Kindern viel Rücksichtnahme; Konflikte sind unvermeidlich. Das Personal leitet die Kinder an, diese Konflikte in zunehmendem Maße selbst zu lösen. Konfliktlösungsstrategien können in diesem familiären, behütenden Rahmen gut eingeübt  bzw. gelebt werden.

 

Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Betreuungsgruppen bezüglich der Herkunft, der Kultur und der Sprache ist die Erziehung zur Toleranz, zum Zulassen des Andersseins, ein unabdingbares pädagogisches Ziel, das den Kindern die notwendige soziale Kompetenz vermittelt, die sie brauchen, um in ihrer Betreuungseinrichtung, in ihrer Grundschule und in ihrer Stadt, ein friedliches, selbstständiges und erfülltes Leben führen zu können.

 

Die Einrichtung pflegt einen regen Kontakt mit den Eltern. Ein Austausch zwischen Elternhaus und Betreuungseinrichtung ist der Erziehung förderlich. In Bezug auf die Migrantenfamilien „lernen“ die Eltern auch Vieles aus dem deutschen Kulturbereich über den Umweg der Betreuungseinrichtung.

 

Dieses Konzept ist gemeinsam von der Grundschule Parsberg und der Stadt Parsberg erstellt worden.

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